{"id":140,"date":"2026-08-19T09:35:41","date_gmt":"2026-08-19T07:35:41","guid":{"rendered":"https:\/\/iq-test.org\/blog\/?p=140"},"modified":"2026-08-19T09:52:24","modified_gmt":"2026-08-19T07:52:24","slug":"kurzer-iq-test-10-oder-20-fragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iq-test.org\/blog\/de\/kurzer-iq-test-10-oder-20-fragen\/","title":{"rendered":"Kurzer IQ-Test: Wie aussagekr\u00e4ftig sind Tests mit 10 oder 20 Fragen?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zehn Fragen, in wenigen Minuten absolviert und sofort ein Ergebnis in Form eines IQ-Wertes: Genau das macht einen kurzen IQ-Test attraktiv. Nur wie ernst sollte man die angezeigte Zahl nehmen? Meist liefert ein solcher Test eine grobe Orientierung. Mehr l\u00e4sst sich erst sagen, wenn bekannt ist, wie die Aufgaben ausgew\u00e4hlt wurden, mit wem das Ergebnis verglichen wird und wie genau gerade diese Kurzform misst. Fehlen Angaben zu Normierung, Reliabilit\u00e4t und Messfehler, ist ein Ergebnis wie \u201eIQ 124\u201c eher ein Anhaltspunkt als eine pr\u00e4zise Messung. [1] Zum nachlesen: <a href=\"https:\/\/iq-test.org\/blog\/de\/was-misst-ein-iq-test-wirklich\/\">So funktioniert ein IQ-Test<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahl der Fragen spielt dabei durchaus eine Rolle. Sie ist nur ein Teil des Ganzen. Ein sorgf\u00e4ltig entwickelter Test mit 16 guten Aufgaben kann mehr aussagen als ein l\u00e4ngerer Test voller einseitiger oder schlecht gew\u00e4hlter R\u00e4tsel. Die fachlichen Standards beurteilen daher nicht nur die Testl\u00e4nge. Sie ber\u00fccksichtigen ebenso die Aufgabenqualit\u00e4t, die abgedeckten F\u00e4higkeiten, die Auswertung, die Normen und den Zweck, f\u00fcr den ein Ergebnis verwendet werden soll. Es kommt also wie so h\u00e4ufig darauf an. [1]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was zehn oder 20 Antworten leisten k\u00f6nnen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei vergleichbarer Aufgabenqualit\u00e4t haben 20 Fragen einen klaren Vorteil gegen\u00fcber zehn: Sie liefern mehr Beobachtungen und in der Regel einen genaueren Wert. Auch die <em>Standards for Educational and Psychological Testing<\/em> halten fest, dass l\u00e4ngere Tests meist pr\u00e4ziser messen. F\u00fcr Kurz- und Langfassungen sollen die G\u00fctekriterien jeweils eigens nachgewiesen werden \u2013 m\u00f6glichst durch unabh\u00e4ngige Testungen. [1]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einem einfachen Test mit zehn gleich gewichteten Aufgaben gibt es elf m\u00f6gliche Rohwerte: von 0 bis 10 Punkten. Eine einzige Antwort verschiebt das Ergebnis bereits um zehn Prozentpunkte. Bei 20 Aufgaben sind es noch f\u00fcnf. Werden Schwierigkeit und Trennsch\u00e4rfe der Aufgaben in der Auswertung ber\u00fccksichtigt, sind die Abstufungen weniger grob. Die d\u00fcnne Datenbasis bleibt jedoch. Gerade kurze Tests sollten deshalb einen Standardmessfehler oder ein Konfidenzintervall nennen. Sonst wirkt ein Wert wie 124 genauer, als er tats\u00e4chlich ist. [1]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schwieriger wird es, wenn der Test mehrere F\u00e4higkeiten abbilden soll. F\u00fcr Zahlenreihen, sprachliches Schlussfolgern, Matrizen und r\u00e4umliches Denken blieben bei insgesamt zehn Fragen im Durchschnitt nur wenige Aufgaben pro Bereich. Ein Zufallstreffer, ein Missverst\u00e4ndnis oder eine besondere St\u00e4rke in genau einer Aufgabenart erh\u00e4lt dadurch viel Gewicht. In der Psychometrie spricht man von <em>construct underrepresentation<\/em>, wenn wichtige Teile des zu messenden Merkmals im Test kaum oder gar nicht vorkommen. [1]<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"500\" src=\"https:\/\/iq-test.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Kurzer_IQ-Test_Infografik.jpg\" alt=\"Infografik \u00fcber die Aussagekraft kurzer IQ-Test\" class=\"wp-image-146\" srcset=\"https:\/\/iq-test.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Kurzer_IQ-Test_Infografik.jpg 750w, https:\/\/iq-test.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Kurzer_IQ-Test_Infografik-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Drei Dinge entscheiden \u00fcber die Qualit\u00e4t<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Begriffe <strong>Reliabilit\u00e4t<\/strong> und <strong>Validit\u00e4t<\/strong> werden leicht verwechselt. Reliabilit\u00e4t beschreibt, wie verl\u00e4sslich beziehungsweise reproduzierbar ein Testwert ist. Bei der Validit\u00e4t geht es um die Belege f\u00fcr eine konkrete Interpretation und Verwendung. Ein Test mag denselben engen Teilbereich sehr zuverl\u00e4ssig erfassen. Damit ist noch nicht belegt, dass sein Ergebnis als umfassender IQ-Wert gelesen werden darf. Die Fachstandards beziehen Validit\u00e4t deshalb immer auf eine bestimmte Aussage und einen bestimmten Zweck. [1]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einem IQ-Test kommt die <strong>Normierung<\/strong> hinzu. Aus zehn richtigen Antworten wird erst durch den Vergleich mit einer Referenzgruppe ein normierter Wert. Daf\u00fcr muss nachvollziehbar sein, welche Menschen diese Gruppe abbildet und wie die Stichprobe zustande kam. Die freiwilligen Besucher einer Website k\u00f6nnen sich deutlich von der Gesamtbev\u00f6lkerung unterscheiden. Ihre Ergebnisse bilden daher nicht automatisch eine repr\u00e4sentative Bev\u00f6lkerungsnorm. [1]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Auch kurze Tests k\u00f6nnen gut gemacht sein<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das zeigt zum Beispiel der frei verf\u00fcgbare ICAR Sample Test. Seine 16 Aufgaben verteilen sich auf Buchstaben- und Zahlenfolgen, Matrizen, verbales Schlussfolgern und dreidimensionale Rotation. In der Entwicklungsstudie erreichte diese Kurzform eine interne Konsistenz von \u03b1 = 0,81 und ein Omega total von 0,83. Bei der 60 Aufgaben umfassenden Fassung lagen die Werte mit \u03b1 = 0,93 und Omega total = 0,94 h\u00f6her. Alpha und Omega sind Kennwerte f\u00fcr die interne Konsistenz. Vereinfacht gesagt zeigen sie, wie gut die einzelnen Aufgaben gemeinsam einen verl\u00e4sslichen Gesamtwert bilden. Beide Werte liegen zwischen 0 und 1; h\u00f6here Werte sprechen grunds\u00e4tzlich f\u00fcr eine zuverl\u00e4ssigere Messung. Sechzehn sorgf\u00e4ltig ausgew\u00e4hlte Aufgaben lieferten hier bereits brauchbare Werte; die l\u00e4ngere Fassung ma\u00df den Gesamtwert verl\u00e4sslicher. [2]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch k\u00fcrzer war die von Bilker und Kollegen entwickelte Fassung der Raven Standard Progressive Matrices. Das Team w\u00e4hlte gezielt neun Aufgaben aus dem 60 Aufgaben umfassenden Test und sagte daraus den Gesamtwert vorher. In den Validierungsdaten korrelierten vorhergesagte und tats\u00e4chliche Gesamtwerte mit r = 0,906 beziehungsweise r = 0,898. Das r steht f\u00fcr den Korrelationskoeffizienten und beschreibt, wie eng die Ergebnisse der Kurz- und Langfassung zusammenh\u00e4ngen. Werte nahe 1 weisen auf einen starken Zusammenhang hin. Wer in der Kurzform gut abschnitt, erzielte also meist auch in der vollst\u00e4ndigen Fassung ein gutes Ergebnis. Identische Testwerte garantiert eine hohe Korrelation allerdings nicht. Das sagt viel \u00fcber die Qualit\u00e4t dieser konkreten Kurzform aus. Auf beliebige neun Matrizenaufgaben l\u00e4sst sich das Ergebnis nicht \u00fcbertragen. Au\u00dferdem ging es um die Vorhersage eines bestimmten Tests zum abstrakten Schlussfolgern, nicht um ein detailliertes Profil verschiedener kognitiver F\u00e4higkeiten. [3]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Kinder und Jugendliche wurden sp\u00e4ter zwei eigene Raven-Kurzformen mit jeweils 15 Aufgaben entwickelt. Bei den 9- bis 12-J\u00e4hrigen korrelierten die vorhergesagten Werte mit r = 0,89 mit der vollst\u00e4ndigen Fassung, bei den 13- bis 16-J\u00e4hrigen mit r = 0,93. Empfohlen wurden diese Formen als Hintergrundvariable in Entwicklungsstudien. Die Forschenden legten damit recht genau fest, f\u00fcr welche Altersgruppe und f\u00fcr welchen Zweck ihre Ergebnisse gelten. [4]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie unterschiedlich kurze Computertests ausfallen k\u00f6nnen, zeigt die UK Biobank. Bei einer \u00dcberpr\u00fcfung ihrer unbeaufsichtigt durchgef\u00fchrten Aufgaben lagen die Zusammenh\u00e4nge der Einzeltests mit etablierten Vergleichstests zwischen r = 0,22 und r = 0,83. Auch die Test-Retest-Korrelationen nach vier Wochen streuten stark: von r = 0,40 bis r = 0,89. Ein aus mehreren Aufgaben gebildeter Gesamtfaktor schnitt mit r = 0,83 deutlich besser ab. Die Bezeichnung \u201eKurztest\u201c verr\u00e4t also noch nichts \u00fcber seine Qualit\u00e4t. [5]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zehn oder 20 Fragen: Was ist realistisch?<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><th>Testform<\/th><th>Realistische Einordnung<\/th><\/tr><tr><td>10 feste Fragen ohne ver\u00f6ffentlichte Testg\u00fctekriterien<\/td><td>Eine grobe Momentaufnahme f\u00fcr Neugier oder Unterhaltung. Ein punktgenauer IQ-Wert l\u00e4sst sich damit nicht \u00fcberzeugend begr\u00fcnden. [1]<\/td><\/tr><tr><td>20 feste, ausgewogene und normierte Fragen<\/td><td>Mehr Information als bei einer vergleichbaren Zehn-Fragen-Version. Ohne eigene Validierung und Angabe des Messfehlers bleibt der Wert eine Orientierung. [1]<\/td><\/tr><tr><td>Wissenschaftlich entwickelte Kurzform<\/td><td>F\u00fcr den gepr\u00fcften Zweck durchaus brauchbar, sofern Aufgabenauswahl, Normierung, Reliabilit\u00e4t und Validit\u00e4t untersucht wurden. F\u00fcr andere Tests oder Zielgruppen braucht es neue Belege. [1\u20134]<\/td><\/tr><tr><td>Computeradaptiver Test<\/td><td>W\u00e4hlt die n\u00e4chste Aufgabe anhand der bisherigen Antworten aus und arbeitet dadurch effizienter. Inhaltsabdeckung, Algorithmus und Messgenauigkeit m\u00fcssen trotzdem dokumentiert sein. [1, 6]<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei gleicher Aufgabenqualit\u00e4t sind 20 Fragen aussagekr\u00e4ftiger als zehn. Eine feste Untergrenze, ab der ein Test pl\u00f6tzlich \u201egenau\u201c wird, gibt es trotzdem nicht. Zehn sehr gut kalibrierte Aufgaben k\u00f6nnen f\u00fcr ein enges Screening ausreichen. Zwanzig einseitige R\u00e4tsel ohne passende Normen bleiben schwach. Die Zahl der Fragen allein erlaubt daher noch kein Urteil \u00fcber den Test. [1\u20134]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sechs Hinweise auf einen brauchbaren Schnelltest<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor dem Start oder sp\u00e4testens bei der Auswertung sollten diese Punkte nachvollziehbar sein. Sie orientieren sich an den allgemeinen Teststandards und den Richtlinien f\u00fcr technologiebasierte Tests. [1, 6]<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Messbereich:<\/strong> Der Anbieter sollte benennen, welche kognitiven Bereiche gepr\u00fcft werden. Besteht der Test ausschlie\u00dflich aus einer Art von R\u00e4tsel, erfasst er nur einen schmalen Ausschnitt. [1, 2]<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Normstichprobe:<\/strong> Alter, Zusammensetzung und Herkunft der Vergleichsdaten sollten beschrieben sein. [1]<\/li>\n\n\n\n<li><strong>G\u00fctekriterien der Kurzform:<\/strong> Kennwerte einer langen Originalfassung gelten nicht ohne Weiteres f\u00fcr eine gek\u00fcrzte Version. Die Kurzform braucht eine eigene Pr\u00fcfung. [1]<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Messunsicherheit:<\/strong> Jeder Testwert enth\u00e4lt einen Messfehler. Ein guter Ergebnisbericht macht diese Unsicherheit sichtbar, besonders in der N\u00e4he von Grenzwerten. [1]<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Art der Auswertung:<\/strong> Adaptive Tests w\u00e4hlen Aufgaben gezielter aus. Daf\u00fcr ben\u00f6tigen sie einen kalibrierten Aufgabenpool und einen nachvollziehbar dokumentierten Algorithmus. [1, 6]<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Testbedingungen:<\/strong> Ablenkung, Ger\u00e4t, Internetverbindung und Umgebung beeinflussen eine unbeaufsichtigte Durchf\u00fchrung. Die internationalen Richtlinien empfehlen klare Hinweise zu einem ruhigen Arbeitsplatz, den technischen Anforderungen und dem erforderlichen Grad an Aufsicht. [6]<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich w\u00fcrde einem Ergebnis wenig Gewicht geben, wenn nach wenigen Antworten ein scheinbar exakter IQ erscheint, aber Angaben zur Vergleichsgruppe, zum Messfehler und zur Untersuchung des Tests fehlen. In diesem Fall verspricht die Auswertung mehr, als die Daten hergeben. Der <a href=\"https:\/\/iq-test.org\/iq-test.php\">IQ-Test<\/a> von IQ-Test.org steht mit seinen 47 Fragen aus unterschiedlichen Bereichen und der auf \u00fcber 100.000 Datens\u00e4tzen basierenden Vergleichsgruppe auf einer breiten Basis. Eine Angabe des Messfehlers oder des Konfidenzintervalls wird ganz bewusst nicht gemacht. Eine standardisierte Intelligenzdiagnostik unter kontrollierten Bedingungen geh\u00f6rt in die H\u00e4nde entsprechend qualifizierter Psychologinnen und Psychologen. [1]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wof\u00fcr ein Schnelltest reicht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Neugier, eine unverbindliche Selbsteinsch\u00e4tzung oder ein erstes Screening ist ein kurzer IQ-Test durchaus brauchbar. Er zeigt grob, wie leicht oder schwer bestimmte Aufgaben fallen. Bei einer folgenlosen Orientierung ist eine geringere Messgenauigkeit eher vertretbar, vor allem wenn weitere Informationen hinzukommen. [1]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr schulische F\u00f6rderentscheidungen, eine Hochbegabungsdiagnostik, klinische Fragestellungen oder andere folgenreiche Einstufungen ist ein Schnelltest allein zu wenig. Hier verlangen die Teststandards st\u00e4rkere Belege zur Messgenauigkeit und zur Zuverl\u00e4ssigkeit der Entscheidung. Gerade nahe einem Grenzwert kann schon der Messfehler dar\u00fcber entscheiden, auf welcher Seite der Schwelle eine Person landet. [1]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der <a href=\"https:\/\/iq-test.org\/iq-test.php\">IQ-Test<\/a> auf IQ-Test.org umfasst 47 Aufgaben aus unterschiedlichen Bereichen; f\u00fcr die Bearbeitung stehen maximal 30 Minuten zur Verf\u00fcgung. Das schafft mehr inhaltliche Breite als ein typischer Schnelltest mit 10 oder 20 Fragen. Die Durchf\u00fchrung bleibt unbeaufsichtigt. Ich ordne das Ergebnis daher als Orientierung zur eigenen kognitiven Leistung ein. Eine professionelle psychologische Diagnostik unter kontrollierten Bedingungen leistet nat\u00fcrlich mehr. [6, 7]<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Die Zahl der Fragen ist nur der Anfang<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zehn Fragen ergeben meist nur eine grobe Einsch\u00e4tzung. Bei vergleichbarer Qualit\u00e4t bieten 20 Aufgaben eine bessere Grundlage, einen belastbaren individuellen IQ-Wert garantieren sie noch nicht. Die untersuchten Kurzformen mit neun, 15 oder 16 Aufgaben zeigen zugleich, wie gut ein kurzer Test sein kann. Ihr Vorteil liegt in der sorgf\u00e4ltigen Entwicklung: Aufgabenauswahl, Auswertung, Normen und Einsatzgebiet wurden eigens gepr\u00fcft. [1\u20135]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zeigt ein Test nach zehn Fragen einen IQ von 124 an, w\u00fcrde ich die Zahl nicht w\u00f6rtlich nehmen. Interessant ist zun\u00e4chst die grobe Richtung. Wie viel mehr das Ergebnis aussagt, h\u00e4ngt von den Daten zu genau diesem Test ab. Ohne nachvollziehbare Angaben bleibt es eine Momentaufnahme. [1]<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">H\u00e4ufige Fragen zu kurzen IQ-Tests<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gibt es eine Mindestzahl an Fragen f\u00fcr einen zuverl\u00e4ssigen IQ-Test?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine feste Mindestzahl gibt es nicht. Je k\u00fcrzer ein Test ist, desto wichtiger werden die gezielte Auswahl der Aufgaben, eine passende Normierung und die Pr\u00fcfung der Messgenauigkeit. Die Qualit\u00e4t l\u00e4sst sich daher nicht allein an der Anzahl der Fragen ablesen. [1]<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wie stark kann das Ergebnis eines IQ-Schnelltests abweichen?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das l\u00e4sst sich nicht pauschal beziffern. Die m\u00f6gliche Abweichung h\u00e4ngt vom jeweiligen Test und seinem Standardmessfehler ab. Nennt ein Anbieter weder Messfehler noch Konfidenzintervall, kann der angezeigte IQ-Wert nicht als punktgenaue Messung eingeordnet werden. [1]<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum kann eine wissenschaftliche Kurzform zuverl\u00e4ssiger sein als ein l\u00e4ngerer Online-Test?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei wissenschaftlichen Kurzformen werden die Aufgaben gezielt ausgew\u00e4hlt und anschlie\u00dfend f\u00fcr einen bestimmten Zweck und eine bestimmte Zielgruppe \u00fcberpr\u00fcft. Ein l\u00e4ngerer Test ist dagegen nicht automatisch gut, wenn seine Aufgaben einseitig sind oder geeignete Vergleichsdaten fehlen. [1\u20134]<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[1] American Educational Research Association, American Psychological Association &amp; National Council on Measurement in Education (2014). <em>Standards for Educational and Psychological Testing<\/em>. <a href=\"https:\/\/www.testingstandards.net\/uploads\/7\/6\/6\/4\/76643089\/9780935302356.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Volltext<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[2] Condon, D. M. &amp; Revelle, W. (2014). The International Cognitive Ability Resource: Development and initial validation of a public-domain measure. <em>Intelligence, 43<\/em>, 52\u201364. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.intell.2014.01.004\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DOI: 10.1016\/j.intell.2014.01.004<\/a> \u00b7 <a href=\"https:\/\/icar-project.org\/papers\/ICAR2014.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Autorenfassung<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[3] Bilker, W. B., Hansen, J. A., Brensinger, C. M., Richard, J., Gur, R. E. &amp; Gur, R. C. (2012). Development of abbreviated nine-item forms of the Raven\u2019s Standard Progressive Matrices Test. <em>Assessment, 19<\/em>(3), 354\u2013369. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/1073191112446655\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DOI: 10.1177\/1073191112446655<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[4] Langener, A. M., Kramer, A.-W., van den Bos, W. &amp; Huizenga, H. M. (2022). A shortened version of Raven\u2019s Standard Progressive Matrices for children and adolescents. <em>British Journal of Developmental Psychology, 40<\/em>(1), 35\u201345. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1111\/bjdp.12381\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DOI: 10.1111\/bjdp.12381<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[5] Fawns-Ritchie, C. &amp; Deary, I. J. (2020). Reliability and validity of the UK Biobank cognitive tests. <em>PLOS ONE, 15<\/em>(4), e0231627. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1371\/journal.pone.0231627\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DOI: 10.1371\/journal.pone.0231627<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[6] International Test Commission &amp; Association of Test Publishers (2022). <em>Guidelines for Technology-Based Assessment<\/em>. <a href=\"https:\/\/www.intestcom.org\/upload\/media-library\/tba-guidelines-final-2-23-2023-v4-167785144642TgY.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Volltext<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[7] IQ-Test.org. <em>Kostenloser IQ-Test mit Zertifikat<\/em>. Angaben zu Umfang, Bearbeitungszeit und Einordnung des Online-Tests. <a href=\"https:\/\/iq-test.org\/\">iq-test.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zehn Fragen, in wenigen Minuten absolviert und sofort ein Ergebnis in Form eines IQ-Wertes: Genau das macht einen kurzen IQ-Test attraktiv. 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